Drumrum-Weg mit Ein- und Ausblicken auf Neustadt a. d. Weinstraße

Neustadt hat viel zu bieten - unter anderem eine wunderschöne historische Altstadt und ebensolche Sehenswürdigkeiten darin, doch auch um Neustadt bieten sich vielfältige und teilweise atemberaubende Ausblicke - nicht nur auf die Stadt mit ihrer markanten Stiftskirche im Zentrum, sondern bei schönem Wetter kann der Blick in die Rheinebene sogar bis zum Odenwald oder Schwarzwald reichen. Die ca. 12 km lange Strecke bietet also alles in einem. Der Drumrum-Weg geht einmal durch und um das Stadtzentrum herum mit 300 sportlichen Höhenmetern - variantenreichen Wegarten und nicht zuletzt einer hochattraktiven Einkehrmöglichkeit bei der Wolfsburgschänke auf der historischen Burganlage der Wolfsburg mit spektakulärer Aussicht. Dies ist sicherlich eine Rundwanderung, die vielerlei auch unterschiedlichste Wünsche an eine schöne Wanderstrecke erfüllt. Wem die 12 km Strecke zu lange ist, hat mehrere Möglichkeiten abzukürzen - diverse Schleifen mit interssanten Punkten sind auf der Strecke geplant.

 

 

Strecke
12,3 km
Dauer
3:35 h
Aufstieg
300 m
Abstieg
300 m
Start
Neustadt an der Weinstraße - Hauptbahnhof
Ziel
Neustadt an der Weinstraße - Hauptbahnhof

Wegverlauf


Wegbeschreibung


Wir beginnen unseren Weg auf dem Bahnhofsvorplatz in Neustadt an der Weinstraße, wo der Weg vor dem historischen Bahnhofsgebäude stehend nach rechts startet, vorbei am Gebäude der Hauptpost. Wir überqueren die Fußgängerampel, um auf der anderen Straßenseite links bergan in Richtung Zwockelsbrücke zu gehen, welche uns über die Gleise der Bahn führt. Rechts biegen wir in die Karolinenstraße ein und gleich anschließend links bergan, in die dort einmündende Bergstraße.

In der Bergstraße beginnt nach 130 m ein Fußweg mit Treppen, nach links abzweigend. Dieser führt weiter oben auf die Wittelsbacherstraße. Von hier bietet sich ein erster erhöhter Blick auf Neustadt.

 Wir überqueren die Wittelsbacherstraße, gehen geradeaus ansteigend bis zur Waldstraße. Dort folgen wir der Beschilderung nach rechts bergan in Richtung des weiter oben befindlichen Waldes. Oben angekommen biegen die Wanderwege in Richtung Hambacher Schloss nach links ab. Geradeaus  erreichen wir nach einigen Schritten das Kloster Neustadt. Etwa in Höhe der Hinweistafel „Kloster Neustadt“, öffnet sich uns ein wunderschöner Blick über Neustadt.

Bei guter Fernsicht reicht der Blick in Richtung Odenwald bis nach Heidelberg, zum Schriesheimer Steinbruch und ganz links hinter den Anlagen der BASF zum Melibokus, welcher kurz vor Darmstadt, den nördlichsten Hügel des Odenwalds bildet.

 Am Ende des dortigen Jägerzaunes verläuft der Drumrum-Weg gemeinsam mit dem Jakobsweg über wenige Stufen nach rechts. Unterhalb des Klosters stößt er auf einen breiteren Fußweg (Kastanienweg) und weiter links bergab über auffällig großes Kopfsteinpflaster durch die Reste der früheren Parkanlage Ludwigslust (1866). Unten, nach knapp 300 Metern, halten wir uns wiederum links und überqueren nach weiteren 60 Metern die dortige Karolinenstraße. An einer Steinmauer, kurz vor einem schönen Pavillon, bietet sich ein Blick auf das gegenüberliegende Naturschutzgebiet „Haardtrand – Am Sonnenweg“, wo oberhalb der Rückweg der Tour verlaufen wird. 

Weiter geht es nun rechts am imposanten Altbau des heutigen Leibniz-Gymnasiums (1891/92) vorbei. Hinter dem Gebäude treffen wir auf einen kleinen Fahrbahnteiler und danach auf die Hauber-Anlage (1898/99), die von dem Lehrer, Ingenieur und Erfinder Ludwig Heinrich Hauber gestiftet wurde. Hier finden wir eine stattliche Brunnenanlage mit Bronzefigur und, dahinter liegend, eine Parkanlage im Stil des Historismus.

Durch die Hauberallee führt unser Weg weiter an teilweise denkmalgeschützten Villen vorbei, rechts flankiert von großen Platanen aus dem Jahr 1884/85. Auf der linken Seite wird ein schöner Blick auf die Ruine Wolfsburg frei, welche uns später als Rastmöglichkeit dienen kann.

In Höhe des letzten Grundstückes der Hauberallee führt ein Fußweg links über vier Stufen in den Wald. Auf diesem bleiben wir, bis rechts zwei große, auffällig schief gewachsene Platanen stehen. Hier führt in spitzem Winkel unser Weg nach links. Wir befinden uns nun im Bereich der ehemaligen Axtwurf-Anlagen (1892/98). Im Wald verteilt stößt man immer wieder auf noch gut erkennbare, halbrund gemauerte ehemaligen Aussichtsplätze, an denen einst wohl Ruhebänke standen. Weiter oben folgt wiederum ein Abzweig nach links, auf einen deutlich breiteren Weg.

Der Weg erreicht das Georg-von-Neumayer-Denkmal. Es wurde 1911 zu Ehren des 1909 in Neustadt gestorbenen Geophysikers und Polarforschers errichtet. In Erinnerung hieran sendet die Stadt Neustadt jedes Jahr eine Kiste Neustadter Wein an die Forscher der Neumayer-Station in der Antarktis.

Unser weiterer Weg verläuft im spitzen Winkel nach rechts, weiter in den Wald hinein. Nach einer kurzen Links-Rechts-Kehre an einer Sitzbank erreichen wir nach ca. 150 m eine Abzweigung nach scharf links, der wir weiter bergan bis zu einem deutlich breiteren Waldweg zum Rande der Besiedelung folgen.

Von dem breiten, leicht ansteigenden Waldweg machen wir einen kleinen Abstecher nach links in den Wald zum 1926 errichteten Gedenkstein für Christian Mehlis, den Vorsitzenden des einstigen Verschönerungsvereins und Wegbereiter der archäologischen Landesforschung in der Pfalz. Wir treffen wieder auf den Wirtschaftsweg und nehmen dort eine Abzweigung, bergab nach rechts und gleich wieder auf einen relativ ebenen Weg nach links. Dieser läuft nach einigen Metern an einer weiteren halbrunden Wegerweiterung vorbei. Dann führt der Weg links um den Berg herum, in das Kaltenbrunnertal.

Nach den vielen Abzweigungen im Bereich der Axtwurf-Anlage stoßen wir nun auf einen breit ausgebauten Waldweg, der mit mäßiger Steigung über 500 m gerade, entlang des Tals verläuft. Dort, wo die Markierung schließlich auf einen weiteren breiten Weg, rechts bergab, weist, können wir in der Ferne bereits die Königsmühle erkennen.

Die Königsmühle ist eine wunderschöne Anlage mit einem großen Teich und einer sehr stattlichen Fontäne. Der heutige Baubestand der ab 1820 entstandenen Getreide- und Ölmühle und die Wasserspiele stammen von 1893/94. Die Anlage beheimatet heute die Camphill Lebensgemeinschaft, welche Lebens- und Arbeitsformen von Menschen mit und ohne Behinderung in naturverbundener Lage ermöglicht. Am Teich lädt ein Tisch mit Bänken zum Verweilen ein. Dort, wo unser Weg die Wiese erreicht hatte, erfolgt die weitere Wegführung im spitzen Winkel nach rechts wieder talabwärts. Wir laufen nun unterhalb des bisherigen Weges auf einem breiten Waldweg zurück.

Wir nähern uns nach und nach dem gemächlich plätschernden Kaltenbrunner Bach (der ursprünglich Odesbach hieß), den wir schließlich auf einer kleinen Brücke überqueren. Auf der anderen Seite geht es hinauf zur der Schöntalstraße.

Wir überqueren diese und folgen unserem Weg, der hier wieder auf der Route des Jakobswegs liegt. Durch die Bäume sehen wir unterhalb einen modernen Wohnpark, der im Gebäude der ehemaligen Tuchfabrik Oehlert eingerichtet wurde. Später verläuft der Weg oberhalb des Naturparks Schöntal mit Blick auf die ehemalige Fabrikantenvilla Oehlert, in der einer der sogenannten „Talgrafen“ (die Tuch- und Papierfabrikanten im Schöntal um 1900) wohnte.

Am Ende des Waldweges beginnt die Sauloog-Siedlung. 30 m vor den ersten Häusern biegen wir rechts in einen kleinen, steilen und serpentinenartigen Weg, der bei jedem Tritt die Aufmerksamkeit des Wanderers verlangt. Er stößt unterhalb auf einen Fußweg, welcher uns sanft abfallend zur Bundesstraße 39 (Talstraße) führt. Bereits erschöpfte Wanderer können hier an einer Bushaltestelle die Route frühzeitig verlassen und den Bus in die Stadt (Hauptbahnhof) zurück nehmen. Sie verpassen jedoch damit spannende Eindrücke und herrliche Ausblicke der zweiten Hälfte des Drumrum-Weges.

An der Haltestelle ermöglicht eine Ampelanlage die sichere Querung der Bundesstraße. Geradeaus geht es in die dort abzweigende Straße Würzmühle. Wir folgen dieser, zunächst unter der Bahnlinie hindurch und anschließend an einer ehemaligen Werkssiedlung vorbei, bis zur dort querenden Wolfsburgstraße. Nach links gehend, schlängelt sich diese zwischen Bäumen, Gärten und schließlich noch einigen Häusern bis zum Ende der Besiedlung.

An dieser Stelle beginnt ein schmaler, serpentinenartiger Fußweg, der sich in neun Kehren hinauf zur rund 100 m höher liegenden Wolfsburg schlängelt. Kurz unterhalb der Wolfsburg biegt der Drumrum-Weg auf einen breiteren Weg nach rechts ab.

Es ist aber zu empfehlen, nach links noch einen kleinen Abstecher zur 100 m entfernten Wolfsburg zu machen. Denn erstens bieten sich von der Wolfsburg herrliche Blicke über Neustadt und den Pfälzerwald.

Und zweitens betreibt der Wolfsburgverein Neustadt e.V. zwischen April und Oktober am Wochenende und „immer, wenn die Fahne weht“ die dortige Burgschänke. Viele Bänke und der überdachte Freisitz bieten Gelegenheit für eine wohlverdiente Rast.

An der Burg angebrachte Tafeln erinnern an deren Bedeutung für die Entwicklung der Deutschen Demokratie. Im Gefolge des Hambacher Festes 1832 und der Berliner März-Revolution 1848 wurde hier im gleichen Jahr von Neustadter Bürgern die schwarz-rot-goldene Fahne gehisst. Nach einem Blick auf den Südwesthang des Burgberges mit dem zweitältesten Naturschutzgebiet der Pfalz verlassen wir die Wolfsburg und gehen wir zurück zum Drumrum-Weg.

Nach wenigen Metern passieren wir den von großen Steinstufen flankierten Wolfsbrunnen. Auch in der heißen Jahreszeit führt dieser oft noch Wasser, so dass das Brunnenbecken als Laichplatz für den Feuersalamander dient.

Hier beginnt ein sehr angenehmer Waldweg ohne nennenswerte Höhenveränderung. Der heutige Saarbrücker Weg war die mittelalterliche Reitwegverbindung zwischen der Wolfsburg und der Burg Winzingen (heute Haardter Schloss). Über 1,5 km gehen wir am Südhang des Bergsteins entlang, oberhalb des Naturschutzgebietes „Haardtrand - Am Sonnenweg“. Wir treffen dann auf das obere Ende eines alten Fahrweges aus Sandsteinpflaster, der früher abfließendes Wasser und heute Wanderer aus dem Wald herausführt. Rechts passiert der Kübelweg das Bienenhaus des Imkervereins Neustadt.

Dem Kübelweg folgen wir bis zum oberen Eingang der Dr. Welsch-Terrassen, einer Parkanlage mit Sitzgelegenheiten und schönem Blick über Neustadt. Über eine große Treppenanlage verlassen wir den Park und nähern uns dem Weindorf Haardt.

Vor dem Parkplatz vor der ehemaligen Winzergenossenschaft halten wir uns rechts und gehen über den herrlich ruhigen Sulzwiesenweg bergab. Dieser romantische Weg verläuft hier neben Schrebergärten, begleitet vom Sulzwiesen- oder Meisenbächel in seinem steinernen Gerinne. Vorbei an der prächtigen Villa des ehemaligen Weingutes Lieberich-Merkel (1889/90) erreichen wir schließlich den Nordrand der Innenstadt und nach einigen Schritten auf der Villenstraße nach links das Stadtmuseum Villa Böhm. In dieser Gründerzeit-Villa von 1886 werden vom Neustadter Kunstverein regelmäßig Wechselausstellungen angeboten. Durch den Park der Villa Böhm führt unser Weg vorbei an der Freiluft-Spielstätte der Neustadter Schauspielgruppe.

Wir verlassen den Park nach links, bevor es an der Fußgängerampel nach rechts durch die Wiesenstraße hinunter zum Parkplatz Festwiese geht. Motorisierte Gäste haben hier die Gelegenheit, ihr Fahrzeug abzustellen. Schon kurz vor dem Parkplatz führt der Drumrumweg nach rechts über einen schön angelegten Fußweg, entlang des Floßbaches, einem von zwei Armen des Speyerbachs.

Wir nähern uns weiter der Innenstadt und gehen leicht rechts über die Karl-Helfferich-Straße hinweg. Über Wallgasse, Strohmarkt und Zwerchgasse erreichen wir die Hintergasse, eine aus alten Zeiten gut erhaltene Gasse. Hier bieten sich noch einmal Möglichkeiten zur Einkehr sowie spannende Einblicken in geschmückte Höfe. Wir erreichen die von Geschäften flankierte Fußgängerzone und nähren uns über Kellereistraße und Friedrichstraße dem Hauptbahnhof.

Am Hetzelplatz bietet eine Unterführung die sichere Querung der Hauptverkehrsachse Landauer Straße. Wir gehen am Veranstaltungs- und Kongresszentrum Saalbau vorbei, welches nicht nur durch die jährliche Krönung der Deutschen Weinkönigin weit über die Grenzen von Neustadt bekannt ist.

Am Bahnhofsplatz erreichen wir schließlich den Startpunkt unserer Wanderung.

Aussichtspunkt bei der Wolfsburg auf Neustadt und die Rheinebene (Dominik Ketz)
Ausblick von der Wittelsbacher Strasse (Stefan Abstein)
Ausblick auf Neustadt vom Kloster Neustadt (Stefan Abstein)
Historische Hauberanlage (Stefan Abstein)
Blick auf die Wolfsburg über das Schöntal (Stefan Abstein)
Georg von Neumayer - Denkmal (Stefan Abstein)
Königsmühle Neustadt (Stefan Abstein)
Kaltenbrunnerbach - hieß früher Odesbach (Stefan Abstein)
Weitblick von der Wolfsburg (Stefan Abstein)
Burgschänke Wolfsburg (Stefan Abstein)
Wolfsbrunnen (Stefan Abstein)
Sulzwiesenweg in Neustadt Wstr. (Stefan Abstein)
Weitblick von den Dr. Welsch Terrassen (Stefan Abstein)

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